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15.09.2005 05:00
Politik will jetzt "löschen"
 
Brandschutz-Wucher in Hochhäusern: Politiker reichen sich die heiße Kartoffel weiter, finanzielle Hilfe für Bewohner stellt keiner in Aussicht.

BERND HECKE

Sündteure Brandschutzauflagen für 240 Hochhäuser und tausende Grazer, die für die Aufrüstung der Gebäude im Schnitt 11.000 Euro "brennen" (wir berichteten). Die Gegenwehr der Grazer Initiative Hochhaus-Bewohner ruft nun einen "Löschtrupp" auf den Plan. Die Politik will helfen, bleibt aber Zusagen über Zuschüsse schuldig.

VP-Bürgermeister Siegfried Nagl fordert: "Man sollte nur so viel Sicherheit wie nötig, nicht so viel wie möglich vorschreiben." Was ohnehin so gehandhabt werde, betont Feuerwehr-Referent, Vizebürgermeister Walter Ferk (SP): "Die Feuerpolizei schreibt das gelindeste Mittel vor. Wir werden am Sicherheitsstandard nicht rütteln. Aber ich setze mich bei der Wohnbauförderung ein, dass es für jene, die sich das nicht leisten können, Hilfe gibt."

Sauer stößt Ferk das Engagement von KP-Stadtrat Ernest Kaltenegger auf, der die Bewohner unterstützt: "Er macht sich für eine Initiative stark, die der Feuerpolizei unterstellt, überzogene Auflagen vorzuschreiben. Dabei schätzt doch sein Wohnungsamt den Wert der Objekte. Und danach richtet sich der Rahmen für die zumutbaren Brandschutzkosten für die Bewohner. Die Kosten legt also er fest!"

Wohnbauförderung

Kaltenegger kann sich über die Kritik nur wundern: "Ich kann doch keine Weisung an Gutachter geben, Wohnungen unterm Wert zu schätzen. Da würden sich die Eigentümer schön bedanken." Er setze sich lieber ein, dass den Betroffenen geholfen werde: "Die Brandschutzmaßnahmen gehören umgesetzt. Bei den Kosten muss die Wohnbauförderung helfen."

"Das tun wir schon", will man bei Wohnbau-Landesrat Hans Seitinger (VP) aber nicht tiefer in die Töpfe greifen: "Über die ,kleine Wohnhaussanierung' gewähren wir Annuitätenzuschüsse." Diese müssen die Bewohner aber zurückzahlen. Mehr gebe es nicht. Auch keinen weiteren Kommentar: "Solange, bis das Verfahren einer Beschwerde über die Brandschutzkosten, die die Initiative beim Volksanwalt erhoben hat, erledigt ist."



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