BERND HECKE
Sündteure Brandschutzauflagen für 240 Hochhäuser und
tausende Grazer, die für die Aufrüstung der Gebäude im Schnitt
11.000 Euro "brennen" (wir berichteten). Die Gegenwehr der
Grazer Initiative Hochhaus-Bewohner ruft nun einen
"Löschtrupp" auf den Plan. Die Politik will helfen, bleibt
aber Zusagen über Zuschüsse schuldig.
VP-Bürgermeister Siegfried Nagl fordert: "Man sollte nur so
viel Sicherheit wie nötig, nicht so viel wie möglich
vorschreiben." Was ohnehin so gehandhabt werde, betont
Feuerwehr-Referent, Vizebürgermeister Walter Ferk (SP): "Die
Feuerpolizei schreibt das gelindeste Mittel vor. Wir werden am
Sicherheitsstandard nicht rütteln. Aber ich setze mich bei der
Wohnbauförderung ein, dass es für jene, die sich das nicht
leisten können, Hilfe gibt."
Sauer stößt Ferk das Engagement von KP-Stadtrat Ernest
Kaltenegger auf, der die Bewohner unterstützt: "Er macht sich
für eine Initiative stark, die der Feuerpolizei unterstellt,
überzogene Auflagen vorzuschreiben. Dabei schätzt doch sein
Wohnungsamt den Wert der Objekte. Und danach richtet sich der
Rahmen für die zumutbaren Brandschutzkosten für die Bewohner.
Die Kosten legt also er fest!"
Wohnbauförderung
Kaltenegger kann sich über die Kritik nur wundern: "Ich
kann doch keine Weisung an Gutachter geben, Wohnungen unterm
Wert zu schätzen. Da würden sich die Eigentümer schön
bedanken." Er setze sich lieber ein, dass den Betroffenen
geholfen werde: "Die Brandschutzmaßnahmen gehören umgesetzt.
Bei den Kosten muss die Wohnbauförderung helfen."
"Das tun wir schon", will man bei Wohnbau-Landesrat Hans
Seitinger (VP) aber nicht tiefer in die Töpfe greifen: "Über
die ,kleine Wohnhaussanierung' gewähren wir
Annuitätenzuschüsse." Diese müssen die Bewohner aber
zurückzahlen. Mehr gebe es nicht. Auch keinen weiteren
Kommentar: "Solange, bis das Verfahren einer Beschwerde über
die Brandschutzkosten, die die Initiative beim Volksanwalt
erhoben hat, erledigt ist." |