BERND HECKE UND GERALD WINTER
Die Diskussion um die Nachrüstung der
Brandschutzmaßnahmen in Grazer Hochhäusern nimmt kein Ende.
Bis zu 11.000 Euro sollen diese Auflagen pro Wohnung kosten,
so die Berechnungen der Grazer Initiative der
Hochhaus-Bewohner. Vergangenen Donnerstag forderte der
Gemeinderat per Petition ans Land eine finanzielle
Unterstützung für die Betroffenen. Über die Aufnahme in die
Wohnbauförderung sollen tausende Grazer entlastet werden.
Im Büro des zuständigen Wohnbau-Landesrates Johann
Seitinger (VP) reagiert man vorsichtig: "Es kann nicht sein,
dass mit vielleicht überzogenen Auflagen Fakten geschaffen
werden, um dann die Hand aufzuhalten." Zuerst müsse geklärt
werden, ob diese Maßnahmen wirklich angemessen sind. "Wenn man
feststellt, dass diese Auflagen den Vorschriften entsprechen,
kommt man um eine Gesetzesänderung bei der Wohnbauförderung
aber ohnehin nicht herum", schließt man im Büro Seitinger eine
bessere finanzielle Unterstützung nicht aus.
Auch wenn die Entscheidung dazu erst nach der Landtagswahl
fallen wird, scheint die Chance auf die Gesetzesänderung
intakt. Verweist doch der Chef der Grazer Feuerpolizei Alfred
Pölzl auf ein Verwaltungsgerichtshof-Erkenntnis: "Dieses
bestätigt unsere Bescheide voll und führt aus, dass wir diese
Auflagen verordnen müssen, wenn bei der Beschau Mängel
auftreten."
Für Pölzl steht damit fest: "Wir handeln gesetzeskonform
und angemessen im Sinne der Sicherheit und sind nicht die
Bösen, die hier überzogene Brandschutzauflagen
vorschreiben." |