Neue
Wohnungstüren, die in Fluchtrichtung öffnen, Belüftungsanlagen für ein
rauchfreies Stiegenhaus, aufgerüstete Lift- und Brandmeldeanlagen -
seit Jahren brennen die Kosten für die Erfüllung dieser rigorosen
Auflagen der Feuerpolizei Bewohnern der 240 Grazer Hochhäuser unter den
Nägeln. Nun will das Land den explodierenden Kosten von bis zu 11.000
Euro pro Haushalt per Erlass Einhalt gebieten. "Wir erlassen
Durchführungsbestimmungen für die Feuerpolizei", erklärt Jürgen
Dumpelnik vom Büro des zuständigen SP-Landesrates Manfred Wegscheider.
Gibt der Verfassungsdienst grünes Licht, ersparen sich
Hochhaus-Bewohner künftig etwa neue Wohnungstüren, die in
Fluchtrichtung öffnen, Lift und Brandschutztüren sind dann nicht mehr
zwingend an Brandmeldeanlagen anzuschließen. Andere Investitionen
seien aber laut Experten erforderlich, so Dumpelnik: "Eine Evaluierung
der feuerpolizeilichen Auflagen ergab, dass etwa die oft kritisierte
Belüftungsanlage für ein rauchfreies Stiegenhaus mit Augenmaß
vorgeschrieben werde." Ingrid Moretti von der Hochhaus-Initiative
ist enttäuscht: "Der Landtag hat im März beschlossen, dass
unverhältnismäßige Vorschreibungen unterbleiben und dafür sogar die
Gesetze geändert werden sollen. Doch nun streicht man nur
Kleinigkeiten, die teuren Brocken bleiben." Moretti gibt den Kampf für
die Bewohner der 12.000 Hochhaus-Wohnungen nicht auf: "Denn nur in Graz
kommt es zu derart teuren Vorschreibungen!" B. HECKE |